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Pressemitteilung

 

„100 Äcker für die Vielfalt“

Erster Schutzacker Schwabens im Ries

 

 

Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursionstagung  in Kirchheim am Ries zum Schutz von Ackerwildkräutern wurden die sog. „Rankenäcker“ bei Utzwingen, die im Eigentum des Rieser Naturschutzvereins stehen und seit mehr als 20 Jahren fachlich betreut werden,  als erste Fläche in Schwaben in das bundesweite Programm „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen.

Weitere Ackerwildkrautstandorte befinden sich im mittleren Ries und am südlichen Riesrand unter Regie der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Rieser Naturschutzvereins im Aufbau. Auch im Rahmen der Heide-Allianz Donau-Ries sollen wertvolle Ackerwildkrautstandorte in Anlehnung an Kalkmagerrasen gesichert  und neu angelegt werden.

 

Ackerwildkräuter, wie Kornblume, Mohn und Kamille, waren durch viele Jahrhunderte bunte Begleiter der Nahrungsmittelerzeugung auf den Äckern. Etwa ¾ aller in Deutschland vorkommenden Ackerwildkrautarten sind erst mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa eingewandert. Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf die Landwirtschaft und daraus resultierende Perfektionierung der Unkrautbekämpfung mit Herbiziden, führten in den letzten Jahrzehnten zu einer immer stärkeren Artenschwund im Lebensraum Acker. Heute steht jede zweite Ackerwildkraut-Art in mindestens einem Bundesland Deutschlands auf der Roten Liste.

 

Das Projekt „Errichtung eines bundesweiten Schutzgebietnetzes für Ackerwildkräuter“ verfolgt das Ziel, mindestens 100 geeignete Ackerstandorte („100 Äcker für die Vielfalt“) für eine dauerhafte Sicherung selten gewordener Ackerwildkräuter unter Schutz zu stellen und ihre spezielle, auf den Erhalt und Förderung der entsprechenden Arten ausgerichtete Bewirtschaftung langfristig sicherzustellen. Der Riesrand ist eines der traditionellen Gebiete für den Ackerwildkrautschutz in Deutschland. Staatlich geförderte Projekte und das Engagement privater Initiativen reichen dort bis in die 1980er Jahre zurück. Floristisch herausragende Standorte konnten auf diese Weise erhalten werden.

Neben den Ackerwildkräutern profitieren auch Insekten und die heimische Vogelwelt des Offenlandes, wie Feldlerche, Rebhuhn, Grauammer und Wachtel von diesen Ackerwildkrautflächen.

Keinen Beitrag zum Schutz von Ackerwildkrautarten stellen die  in letzter Zeit vermehrt propagierten sog. „Blühstreifen“ dar. Ackerwildkräuter sind einjährige Pflanzen, die in mehrjährigen Kulturen, wie es die Blühstreifen sind, keinen passenden Lebensraum finden.

Vielmehr gedeihen Ackerwildkräuter am besten im Getreideanbau unter Verzicht auf Pflanzenschutz bei reduzierter Düngung.

Weitere Informationen unter www. schutzaecker.de.

 

Ackerwildkrautreservat „Rankenäcker“ bei Utzwingen

Bild: Helmut Partsch


 
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