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30 Jahre Rieser Naturschutzverein
 

Der Rieser Naturschutzverein feiert sein 30 jähriges Jubiläum

 

Am 1.12.2002 jährt sich ein wichtiger Termin für den Naturschutz im Ries. Der Rieser Naturschutzverein feiert sein 30 jähriges Jubiläum. Fast drei Jahre nach der Gründung der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried haben damals Dr.Heinrich Greiner und seine Mitstreiter den neuen Verein unter dem damaligen Namen „Verein für Naturschutz und Landschaftspflege im Ries“ ins Leben gerufen. Sie hatten erkannt, daß der Naturschutz sich nicht nur um die Feuchtge-biete des Ostrieses kümmern darf. Auch die Natur des restlichen Rieses und insbesondere der Riesrand, mit seinen ein-zigartigen Heiden, benötigte eine Organisation, die sich ehrenamtlich um den Erhalt und die Weiterentwicklung von Landschaft und Lebensräumen kümmerte.

In 30 Jahren hat sich nicht nur die Einstellung der Bevölkerung zu Natur und Landschaft und deren Schutzwürdigkeit gewandelt, auch die Anzahl der Aufgaben des Vereins sind erheblich gestiegen. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich der Rieser Naturschutzverein zusammen mit seinem Partnerverein der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried zu einer Organisation mit rund 1400 Mitgliedern. Beide Vereine betreuen 25 private Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 220 Hektar und führen darüber hinaus verschiedene Artenschutzprojekte durch.
So wie die Betreuung von zunehmenden Mitgliederzahlen veränderte Strukturen im Verein nach sich zogen, brachten in den letzten 30 Jahren auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse, eigene Erfahrungen und immer wieder geänderte Vorga-ben der Behörden einen enormen Wandel in der Pflege der Flächen. Während heute einige Landwirte, die sich auf die Biotoppflege spezialisiert haben, entsprechende Maschinen zum Einsatz bringen können, mußte früher auf erheblich mehr Handarbeit von freiwilligen Helfern zurückgegriffen werden.

Trotz dieses maschinellen Einsatzes konnten die beide Vereine auch in diesem Jahr wieder mehr als 200 Aktive begrü-ßen, die in schwierigen Gelände, Mähgut abräumten, Verbuschungen zurückdrängten oder Schilf mähten. Gerade bota-nisch einmalige Gebiete wie das Hangmoor bei Niederaltheim werden immer auf die Bereitschaft vieler Naturfreunde angewiesen sein, einen Samstagmorgen einzubringen, um das Mähgut abzuräumen und somit den Pflanzenraritäten ein Auskommen zu ermöglichen. Dass es dem Rieser Naturschutzverein auch nach 30 Jahren noch gelingt, neue Personen für den Erhalt unsere Artenvielfalt zu gewinnen, ist, gerade in der heutigen Zeit, eine große Leistung. Dieses große ehren-amtliche Engagementder Mitglieder schafft die Möglichkeit, jedes Jahr mehr als 90% der finanziellen Mittel direkt dem Natur-und Artenschutz zuzuführen.

In den letzten drei Jahrzehnten konnte der Verein ein dichtes Netz von Biotopen erwerben bzw. bewahren helfen, und damit die Artenvielfalt im Ries stützen. Beispielhaft seien hierbei die wärmeliebenden Insekten und Pflanzenarten der Riesheiden, die Amphibien im Röhrbachtal, oder die Ackerwildkräuter der Rankenäcker bei Minderoffingen erwähnt. Viele Privatpersonen wurden über den Schutz von Gebäude- und Großhöhlenbewohnern, wie Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen und Fledermäusen informiert und bei eigenen Schutzmaßnahmen tatkräftig unterstützt.
Leider sind die Bemühungen um den Erhalt der Wiesenbrüter, wie Brachvogel und Kiebitz, noch von keinem dauerhaften und nachhaltigen Erfolg gekrönt worden.

Um auch für nachfolgende Generationen das Trillern des Brachvogels oder die gaukelnden Revierflüge des Kiebitzes bewahren zu können, hat sich der Rieser Naturschutzverein zusammen mit der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried zu seinem größten Projekt in der Vereinsgeschichte entschlossen. Begleitend zu den anstehenden Flurbereinigungen in Pfäfflingen und Wechingen, werden beide Vereine als Träger eines Naturschutzgroßprojektes in den Pfäfflinger Wiesen, sich noch intensiver um den Erhalt dieses bayernweit einmaligen Vogelbrutgebietes kümmern. Insbesondere durch Flä-chenkäufe und kleineren Geländemodellierungen soll der Großlebensraum erhalten und optimiert werden. Dieses Projekt konnte nur mit der großzügigen finanziellen Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds, basierend auf der jahr-zehntelangen guten Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Donau-Ries und der Höhe-ren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben, in Angriff genommen werden.


Nördlingen, 1.12.2002

 

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