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Keller-Steinbruch als Natur-Lebensraum gesichert

Aufwertung durch die Heide-Allianz geplant


 

Holheim. Für die Heide-Allianz Donau-Ries erwarben kürzlich der Rieser Naturschutzverein und der Landkreis Donau-Ries die ehemaligen Abbauflächen des sogenannten "Keller-Steinbruches" östlich der B 466 bei Holheim. Er grenzt direkt an das Erlebnis-Geotop „Lindle“ das von Geopark Ries betreut wird, an und wird dieses und die ebenfalls als Natura 2000 –Gebiet ausgewiesenen Wälder und Wacholderheiden am Lindle als Lebensraum für Flora und Fauna ergänzen. Gleichzeitig soll die Funktion als Geotopbrücke zu der Felskulisse des Geotops Ofnethöhlen und den Steinbrüchen des Riegelberges gestärkt werden. Die Bezeichnung Kellersteinbruch bezieht sich auf die Ortslage des ehemaligen „Holheimer Kellers“, der als Sommerkeller der Schloßbrauerei in Kleinerdlingen gebaut worden war. Der Kellersteinbruch wird weiterhin aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich sein. Die geologisch interessante, weithin aufgeschlossene Überschiebung von älteren, dunkel gefärbten Tonen auf helle Trümmerkalke des Oberjuras ist beeindruckend von der Aussichtsplattform des Geotop-Wanderweges zu sehen. Astronauten hatten 1970 dem Aufschluss und der damals freigelegten Schlifffläche einen Besuch abgestattet.

Im ehemaligen Keller-Steinbruch sind nach dem Ende des Abbaus in den 1990er-Jahren bisher keine Rekultivierungsmaßnahmen erfolgt. Für die Natur bot sich daher die einmalige Gelegenheit, von dem Areal selbst Besitz zu ergreifen. Es bildeten sich wertvolle Kalk-Schutt-Fluren aus, Felsbewohner stellten sich ein, ehemalige Magerrasen erhielten sich auf Restflächen. Allerdings fand im Laufe der Zeit eine allmähliche Besiedlung mit Gehölzen statt, die zu einer nicht erwünschten Verschattung führten. Wärme- und lichtbedürftige Bewohner befinden sich seitdem auf dem Rückzug. Hier setzen dann auch die Planungen an, die im Rahmen des LIFE+ Projektes „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal" umgesetzt werden sollen. Die Gehölze sollen in Teilen zurückgenommen werden, Rohbodenstandorte neu geschaffen und lebensraumgestaltende Maßnahmen für Insekten, wie Wildbienen, Reptilien und Amphibien durchgeführt werden. Ein großes Aufwertungspotential bieten zudem die mit erworbenen, an den Steinbruch angrenzenden Acker- und Grünlandflächen. Diese wurden bisher teilweise intensiv genutzt und sollen nach der Übernahme durch die neuen Eigentümer in artenreiches Grünland umgewandelt werden. Danach wird eine extensive landwirtschaftliche Nutzung fortgeführt. Diese Flächen, z.T. mit bodensaurem Substrat, sollen dann mit hohem Blütenreichtum attraktive Nahrungsquellen für Insekten bieten und so eine Ergänzung zu den Magerrasen und Säumen in der Umgebung sein. Darüber wird wiederum auch die Nahrungsgrundlage für Vogelarten gefördert, die z.B. am nahe gelegenen Waldrand und in den Hecken und Gebüschen brüten. Bereits im kommenden Herbst sind erste Maßnahmen vorgesehen.

Der Vorsitzende des Rieser Naturschutzvereins, Johannes Ruf, und der Geschäftsführer der Heide-Allianz, Werner Reißler, freuen sich über den Ankauf und sehen durch die Maßnahmenumsetzung großes Potential die biologische Vielfalt und die dortige Natur- und Kulturlanschaft zu fördern.

 

Blick in den Kellersteinbruch (K.Kroepelin)

 


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