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Kolkrabe: Ein faszinierender Vogel kehrt zurück

 
Hoffentlich bleibt unser Landkreis von diesem beeindruckenden Vogel besiedelt
 
 

Während bei vielen Vogelarten die Bestandszahlen im Landkreis zurück gehen, und man das Verschwinden einiger Arten in nächster Zeit befürchten muss, gibt es auch positive Feststellungen. Der Kolkrabe unser größter Rabenvogel, der mit einer Flügelspannweite von 1,20m-1,50m auch im Flug eine imposante Erscheinung darstellt, ist erfreulicherweise als Brutvogel in den Landkreis zurückgekehrt.

 

Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre stellte sich die Situation des Kolkraben noch völlig anders dar. Er war in Deutschland nur noch östlich der Elbe, und im Alpen- bzw. Voralpenraum anwesend. Im restlichen Land war er ausgerottet worden. Obwohl im Mittelalter als Götterbote und Aasentsorger geschätzt, ließen  Schauermärchen von getöteten Lämmern und Kälbern im 19. Jahrhundert eine wilde Hatz auf ihn beginnen. Dabei wurde er als Aasfresser wohl meistens unschuldig angeklagt. Auch in unserem Landkreis wurde er nicht mal mehr als seltener Gast angetroffen. Wissenschaftliche Untersuchungen in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern haben belegt, dass er mit dem Tod aufgefundener Lämmer nichts zu tun hat.

 

Vor rund 10 Jahren wurden die ersten Nachweise aus benachbarten fränkischen und baden-württembergischen Landkreisen gemeldet. Er hatte sich still und heimlich wieder in den Wäldern der schwäbischen und fränkischen Alb heimisch gemacht. Von dort schaffte diese streng geschützte Art nun den Weg auch in den Landkreis Donau-Ries. Sowohl am Riesrand, als auch am Rand des Donautales ist er wieder heimisch.

 

Seine imposante Erscheinung fällt sowohl im Flug als auch beim Futtersuchen zu Fuß auf. Selbst dem ungeübten Beobachter fällt der Größenunterschied zu seinen nächsten Verwandten den Saatkrähen und Rabenkrähen auf. Er überragt diese in der Körperlänge um über 15cm und im Flugbild um bis 35cm. Nicht zu vergessen ist seine markante Stimme. Wer einmal seine tiefen und markanten „krok-krok“ Rufe gehört hat, vergisst sie nicht mehr. Somit sollte eine Verwechslung mit dem kleineren und jagdbaren Vetter Rabenkrähe in den Jagdrevieren des Landkreises nicht möglich sein.

 

Seine Balz und Brut beginnt sehr früh im Jahr. Bereits im Februar können schon Eier, bevorzugt in Felsenhorsten, aber auch in Baumhorsten gelegt sein. Das Männchen bewacht sehr aufmerksam sein brütendes Weibchen.  Beide Elternteile kümmern sich um den Nachwuchs. Wenn sich der ersten Stoppeläcker zeigen, sieht man dann auch die kleinen Familienverbände mit den Jungvögeln. Diese fallen gerade in den ersten Wochen durch ihr stumpfes Gefieder und den ungelenken Flug auf.

 

Gerade in den letzten Jahren haben sich Verhaltensforscher stärker mit Rabenvögeln beschäftigt. Sie wiesen dabei erstaunliche Leistungen des Lernens und des Erinnerns, die Fähigkeit Probleme durch Denken zu beheben und strategisch Vorrausschauende  Denkleistungen nach.

 

In den letzten Jahren ist das Verbreitungsgebiet des Kolkraben wieder bis zum Bodensee in Süddeutschland und bis nach Schleswig-Holstein in Norddeutschland,  mit ein paar unbesetzten Regionen in der Mitte unseres Landes, ausgedehnt worden. Hoffentlich bleibt unser Landkreis von diesem beeindruckenden Vogel besiedelt. Aufmerksame Ornithologen werden die Entwicklung genau im Auge behalten.

 

Nördlingen/Wemding, im Januar 2010

 

 
 
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