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Erfolgreiches Naturschutzjahr 2009

 
Neuwahlen bei den Rieser Vereinen - Vorstand im Amt bestätigt
 

Nördlingen/Wemding.

Auf ein erfolgreiches Vereinsjahr 2009 und eine erfolgreiche Wahlperiode 2006 bis 2009 der Vorstandschaften der beiden Rieser Naturschutzvereine, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und Rieser Naturschutzverein, blickte Vorsitzender Johannes Ruf bei den Mitgliederversammlungen in Wemding und Utzmemmingen zurück.

 

In seinem Rechenschaftsbericht freute sich Vorsitzender Johannes Ruf über den erfolgreichen Abschluss des Naturschutzgroßprojektes „Wiesenbrüterschutz in den Pfäfflinger Wiesen“. Mit Unterstützung des Amts für ländliche Entwicklung, der Teilnehmergemeinschaft, dem Bayerischen Naturschutzfonds und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist das mit fast 140ha größte in Privathand befindliche Wiesenbrüterschutzgebiet in Bayern entstanden. Ab 2010 beginne das Pflege- und Entwicklungskonzept für dieses Gebiet zu greifen und man warte gespannt auf die Ergebnisse.

 

 

Sorgenkinder des Naturschutzes

 

Sorge bereite die immer intensivere Nutzung der Agrarflächen im Ries, die zu einem deutlichen Artenschwund führten und Feldhase, Feldlerche und Rebhuhn, aber auch den Wildpflanzen, immer weniger Überlebenschancen lassen. Die Politik stehe hier in der Pflicht und vor einer großen Herausforderung Ökonomie und Ökologie wesentlich naturverträglicher als bisher unter einen Hut zu bringen.

Zersiedelung, Zerschneidung und Belastung der Lebensräume, auch durch immer mehr Biogas- und Freiflächensolaranlagen,  mache auch die Landschaft für den Tourismus und die Erholung immer unattraktiver.

Kaum zu verstehen sei die teilweise erheblich überzogene, ideologisch gefärbte und die partiell unberechtigte Stimmungsmache gegen den Kormoran wegen angeblicher Schäden an Fischbeständen in Fließgewässern. Hier sollte mehr in die Verbesserung des Lebensraums „Fließgewässer“ investiert werden, als  durch Abschuss an der leichter zu bedienenden „Stellschraube“ Kormoran und Gänsesäger zu drehen und diese als Sündenbock  für die Entwicklung der Fischbestände heranzuziehen.

 

 

Ankaufsprojekt der Regierung von Schwaben

 

Eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht für die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried stellte ein Ankaufsprojekt dar, bei dem Flächen im Bereich der Natura-2000-Gebiete Wemdinger Ried / Wemdinger Wiesen und der Pfäfflinger Wiesen erworben werden konnten. Gerade im Bereich des Wemdinger Riedes konnten besonders wichtige Flächen für die Weiterentwicklung dieses Schutzgebietes gesichert werden. Gefördert wurde das Projekt von der Regierung von Schwaben aus Landschaftspflegemitteln, kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Landwirtschafts-fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

 

Mit zahlreichen Führungen und Vorträgen wurde im Jahr 2009 intensiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben und viele Naturinteressierte angesprochen.

 

Mehr als 700 freiwillige Arbeitsstunden investierten ehrenamtliche Helfer in die Pflege der vereinseigenen Schutzgebiete und verschiedene Juraheiden des Rieses.

 

 

Donau-Rieser „Heide-Allianz“

 

Als Meilenstein des Naturschutzes im Ries wertete der Vorsitzende Ruf den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis Donau-Ries und dem Bund Naturschutz – Kreisgruppe Donau-Ries – zum Schutz der Heideflächen im Landkreis. Im Rahmen dieser „Heide-Allianz“ soll der ökologische Zustand der Heideflächen verbessert, Vernetzungen hergestellt und vor allem eine Beweidung sichergestellt werden. Hierzu seien neben pflegerischen Eingriffen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Schäfer unbedingt erforderlich. Ein überaus anstrengender Pflegeeinsatz bei Heroldingen am Rollenberg zeigte, dass die Mitglieder der Vereine auch ihre Taten in der Heide-Allianz sprechen lassen wollen.

 

 

Erfolgreiche Stiftungen

 

Weiter erfreulich sei die Entwicklung bei der Rieser Naturstiftung und der Rieser Heidepflegestiftung verlaufen, so Vorsitzender Johannes Ruf. Bei wachsendem Stiftungskapital, durch großzügige Zustiftungen von Naturfreunden könnten in zunehmendem Umfang Landschaftspflegemaßnahmen im Ries gefördert werden.

 

Die Berichte der Kassenwarte Helmut Partsch und Erich Rieder zeugten von großen Anstrengungen für den Natur- und Artenschutz im Ries. So konnten 98% aller Einnahmen direkt für Arten- und Naturschutzmaßnahmen  verwendet werden. Nach der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft wurde der bisherige Vorstand im Amt bestätigt. Die Vereine werden daher für weitere 4 Jahre von Johannes Ruf als Vorsitzendem und Hermann Häfele und Jürgen Scupin als dessen Stellvertreter geführt. Der langjährige Schriftführer Karl Weber gab sein Amt an Ruth Mölle-Fürbringer weiter, um selber als Beisitzer aktiv zu bleiben. Für den nach mehr als 25 Jahren Vorstandstätigkeit auf eigenen Wunsch ausscheidenden Dr. Gerhard Philippi wurde Dipl.-Geologe Kurt Kroepelin als Beisitzer in den Vorstand des Rieser Naturschutzvereins gewählt.

 

Vorsitzender Johannes Ruf richtete einen abschließenden Dank an die vielen freiwilligen Helfer, die Spender und Darlehensgeber, die Zuschussgeber sowie Zustifter zu den Stiftungen, die so eine erfolgreiche Natur- und Artenschutzarbeit im Ries möglich machten.

 

 

In der intensiv genutzten Agrarlandschaft des Rieses vom Aussterben bedroht: Die Grauammer

 
 
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