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Rieser Naturschutz vor neuen Herausforderungen
 
Mitgliederversammlungen der Rieser Naturschutzvereine
 

Nördlingen/Wemding(pm) Bei den gut besuchten Mitgliederversammlungen der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried in Wemding und des Rieser Naturschutzvereins in Holheim gab Vorsitzender Johannes Ruf einen Rückblick auf das erfolgreiche Vereinsjahr 2006 und wagte einen Ausblick auf die Naturschutzarbeit der kommenden Jahre. Angesichts der immer intensiveren Bewirtschaftung auf guten Ackerstandorten und dem Rückgang der Wanderschäferei auf nur extensiv nutzbaren Wacholderheiden des Rieses, stünde der Naturschutz im Ries  auch angesichts des  prognostizierten Klimawandels mit einem  vorhergesagten Artenrückgang bei Pflanzen und Tieren von 25 bis 30 % vor neuen Herausforderungen. Zu wünschen sei ein ähnliche Reaktion der Gesellschaft wie zu Beginn der Umwelt- und Naturschutzbewegung in den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als auch bei den Rieser Naturschutzvereinen ein großer Zulauf an Mitgliedern zu verzeichnen war.

 

In seinem Jahresrückblick konnte Vorsitzender Johannes Ruf auf ein ereignisreiches Naturschutzjahr 2006 zurückblicken:

Zahlreiche Führungen und Vorträge gaben Gelegenheit, die Bevölkerung und interessierte Einzelgruppen über Naturschutzthemen und die Natur im Ries zu informieren.

Im Rahmen des Großprojektes „Wiesenbrüterschutz in den Pfäfflinger Wiesen“ seien die Planungen vorangetrieben und mit den Naturschutzbehörden, der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft und dem projektbegleitenden Arbeitskreis abgestimmt worden. Für das Jahr 2007 seien noch einige wenige Grunderwerbe ins Auge gefasst.

In gewohntem Umfang seien die Landschaftspflegearbeiten in den Schutzgebieten der Vereine in Zusammenarbeit mit zahlreichen Landwirten und unter Beteiligung einer großen Schar ehrenamtlicher Helfer durchgeführt worden.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ederheim und der Stadt Nördlingen seien Heideflächen am Niederhäuser Berg bei Hürnheim und am Nordhang des Riegelbergs zwischen Holheim und Utzmemmingen gepflegt worden.

Von einer äußerst positiven Entwicklung konnte Vorsitzender Ruf bei der Rieser Naturstiftung und der in 2006 neu ins Leben gerufenen „Rieser Heidepflegestiftung“ berichten. Mehrere Zustiftungen ließen das Stiftungsvermögen auch 2006 erfreulich anwachsen. Mit den nachhaltig erzielbaren Erträgen aus dem von Naturfreunden zur Verfügung gestellten Stiftungsvermögen können Landschaftspflegemaßnahmen in wertvollen Lebensräumen auf Dauer durchgeführt werden. Bevorzugt würden Maßnahmen für die eine öffentliche Förderung nicht zur Verfügung steht.


Sorge bereite die immer stärkere Verarmung der Natur in den Ackergebieten des Rieses. Großflächige intensive Bewirtschaftung mache den Feldbewohnern, wie Feldhase, Rebhuhn, Wachtel, Schafstelze und sogar der Feldlerche zu schaffen. Die Feldlerche wurde in Bayern mittlerweile in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Sollen weitere Bestandseinbrüche abgewendet werden, sei es unabdingbar, naturnahe Strukturen wie Ackerraine und Brachestreifen neu anzulegen.                                                                

 

Durch den Rückgang der Wanderschäferei würden die Rieser Wacholderheiden nicht mehr ausreichend beweidet, betonte Vorsitzender Ruf. Eine Vergrasung und Verbuschung dieser landschaftsprägenden naturhaushalterisch wertvollen Heideflächen sei die Folge. Die an Schafbeweidung angepassten Pflanzen- und Tierarten würden verschwinden und mit zunehmender Verbuschung verlöre der Riesrandbereich sein charakteristisches Gesicht, das viele Erholungssuchende aus Nah und Fern so schätzen. Zusammen mit dem Landratsamt Donau-Ries sei die Thematik aufgegriffen worden. Mit allen Beteiligten sollen kurzfristig Lösungen erarbeitet und gemeinsam umgesetzt werden, um die wertvollen Landschaftsbestandteile des Rieses zu erhalten.

Von soliden Finanzen berichteten die Kassenwarte Erich Rieder und Helmut Partsch.

 

Nach der Entlastung der Vorstandschaften rundete eine DVD-Präsentation über das Isartal, sowie ein Vortrag über den Turmfalken, den Vogel des Jahres 2007 und ein Kurzfilm über das Donauried die Mitgliederversammlungen ab.

 

 

Feldlerche


 

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