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Mit Naturstiftung weiter auf Erfolgskurs

 
Fortschritte im Natur- und Artenschutz
 

Nördlingen/Wemding (p.m.)Zu den Mitgliederversammlungen der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried in Wemding und des Rieser Naturschutzvereins in Nördlingen konnte Vorsitzender Johannes Ruf zahlreiche Gäste begrüßen und auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurückblicken. Stellvertretender Bürgermeister Eugen Meitinger (Wemding) sprach Grußworte und würdigte die Arbeit der Vereine. Durch ihre Anwesenheit bekundeten die Bürgermeister Dieter Paus, Oettingen und Gerhard Ament, Alerheim ihre Verbundenheit zu den beiden Rieser Naturschutzvereinen.

Schwerpunkte des abgelaufenen Vereinsjahres bildeten die Gründung der Rieser Naturstiftung und die Fortführung des Projektes „Wiesenbrüterschutz in den Pfäfflinger Wiesen“.
Anlass für die Gründung der Rieser Naturstiftung sei, so Vorsitzender Johannes Ruf, die drastischen Zuschusskürzungen der öffentlichen Hand im Landschaftspflegebereich gewesen, die sich bereits im Laufe des Jahres 2003 abzeichneten. Vor diesem Hintergrund entschlossen sich die Vorstandschaften beider Vereine mit der Gründung der Rieser Naturstiftung ein weiteres Standbein zur Finanzierung der Aufgaben im Natur- und Artenschutz im Nördlinger Ries zu schaffen. Nach mehr als sechsmonatiger Vorbereitungszeit sei dann mit der Überreichung der Anerkennungsurkunde durch Regierungspräsident Ludwig Schmid die Stiftung rechtsfähig geworden. Die Stiftung finanziere ihre Aufgaben aus den Erträgen des unantastbaren Stiftungsvermögens. Unbestreitbarer Vorteil der Stiftung sei, dass die Erträge unabhängig von der Kassenlage der öffentlichen Haushalte für die Naturschutzarbeit auf Dauer zur Verfügung stünden und dass diese in konkrete Projekte vor Ort im Ries investiert würden.
Seit Stiftungsgründung seien bereits einige bedeutende Zustiftungen von Naturfreunden eingegangen, so dass die Stiftung mit steigendem Stiftungskapital ihre Aufgaben immer besser erfüllen könne.

Mit der Fortführung der Grunderwerbe im Rahmen des Großprojektes „Wiesenbrüterschutz in den Pfäfflinger Wiesen“ und der Vergabe der Planungen für ein Pflege- und Entwicklungskonzept sei das vom Bayerischen Naturschutzfonds und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt geförderte Naturschutzprojekt planmäßig vorangetrieben worden, so Vorsitzender Ruf.

In gewohntem Umfang sei mit mehr als 20 Führungen und Vorträgen im Jahr 2004 die Öffentlichkeitsarbeit fortgesetzt worden.

Schwerpunkt der Herbstmonate zwischen September und November bildete traditionell die Landschaftspflege. In Zusammenarbeit mit mehr als 60 Landwirten und zahlreichen freiwilligen Helfern, die fast 900 ehrenamtliche Arbeitsstunden aufbrachten, wurden die vereinseigenen Schutzgebiete, darunter das Wemdinger Ried und andere wertvolle Streuwiesengebiete überwiegend im Ostries, und in Zusammenarbeit mit den Kommunen und Forstbehörden zwei Heideflächen bei Hürnheim und am Ipf bei Bopfingen gepflegt. Mehrere verlandete Gewässer wurden ausgebaggert, ein Flachgewässer im Schwalbtal als Nahrungsplatz für den Weißstorch sei neu entstanden.

Die Leiter der verschiedenen vereinsinternen Arbeitskreise berichteten in kurzen Stellungnahmen über die Fortschritte bei wissenschaftlichen Untersuchungen und über den Fortgang in Artenschutzprojekten, sowie über die Betreuung von Besuchern im Wemdinger Ried und von besonderen Pflanzenstandorten während der Blütezeit.

Erfreuliche Berichte legten die Kassenwarte Helmut Partsch für die Schutzgemeinschaft und Erich Rieder für den Rieser Naturschutzverein vor. Erneut seien mehr als 94 % der ausgegebenen Gelder direkt in den Natur- und Artenschutz geflossen, da aufgrund der ehrenamtlichen Vereinsführung keine Verwaltungskosten anfielen.

In einem beeindruckenden Film führte Naturfilmer Markus Frenzel aus München die Mitglieder und Gäste in den Lebensraum der Spechte in bayrischen Naturwaldreservaten.
Der Uhuspezialist Ernst Vilter aus Miltenberg, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Aktion Wanderfalken- und Uhuschutz in Bayern, und langjähriges Mitglied der beiden Rieser Naturschutzvereine, referierte in einem Vortrag mit Lichtbildern über den Uhu, den Vogel des Jahres 2005 und andere bedrohte Greifvögel und Eulen in unserer Region. Dank vielfältiger Schutzmaßnahmen sei unsere größte heimische Eule, nachdem sie in Deutschland bereits fast ausgerottet war als Brutvogel auch in Ries zurückgekehrt. Bestandsrückgänge in einstmals gut besetzten Landesteilen erforderten auch in Zukunft die Aufmerksamkeit der Natur- und Artenschutzverbände vor Ort und eine Fortführung der intensiven Schutzbemühungen.


 

 

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