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Pressemitteilung
 

Schwindende Rauchschwalbenbestände

 

Anfang September macht sich eine früher häufige Bewohnerin der Rieser Dörfer auf die Reise in ihr Winterquartier im südlichen Afrika - die Rauchschwalbe.

In den von Milchviehhaltung geprägten Dörfern war sie einst Charaktervogel. Seit Jahren nimmt ihr Bestand jedoch kontinuierlich ab. Langzeitbeobachtungen der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Rieser Naturschutzvereins zeigen, dass sich die Brutpaarzahlen zwischen 1992 und 2002 fast halbierten. Während in Heuberg 1992 noch 115 Brutpaare die Ställe bevölkerten, waren es dieses Jahr nur noch 60. Im gleichen Zeitraum reduzierte sich der Brutbestand in Holzkirchen von 88 auf 48 Paare.
Bestandsschwankungen von bis zu 30 % wurden in der Vergangenheit als normal angesehen. Vitale Populationen in geeigneten Lebensräumen waren in der Lage, sich wieder zu erholen. Ein vergleichbarer Tiefpunkt in der Bestandsentwicklung wurde im Ries bereits einmal 1973/1974 registriert.
Werden sich die stark reduzierten Bestände der Rauchschwalbe wieder auf das frühere Niveau erholen können? Erhebliche Zweifel sind durchaus angebracht.
Mit jedem viehhaltenden Landwirt, der seinen Betrieb aufgibt, verschwindet eine Anzahl an Rauchschwalben. Stark ist nämlich die Abhängigkeit der Rauchschwalbe von Großviehbeständen und den traditionellen Warmluftställen mit dem reichen Angebot an Insekten .Zwar brüten Rauchschwalben auch außerhalb von Ställen, aber nach wissenschaftlichen Untersuchungen oftmals später und nicht mit einem vergleichbaren Erfolg wie in Stallungen.
Unaufhaltsam vollzieht sich fast unbemerkt von der Bevölkerung ein Strukturwandel in der Rieser Landwirtschaft. Zwischen 1992 und 2002 wurden in Holzkirchen 7 aufgegebene Bauernhöfe von den Schwalben verlassen, in Heuberg waren es „nur“ 5.
Probleme bereiten ihr auch Dürreperioden im Winterquartier und die sich immer weiter ausdehnende Sahara, die sie auf dem Zug überfliegen muss.
Mit reger Anteilnahme registrieren die Landwirte das Ausbleiben „ihrer“ Schwalben. Mit den Landwirten hoffen auch die beiden Rieser Naturschutzvereine auf eine zahlreiche Rückkehr der Rauchschwalbe im Frühjahr 2003!
 

Bild: Helmut Partsch

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