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Neues Schutzgebiet des Rieser Naturschutzvereins
 

Rieser Naturschutzverein erwirbt Flächen im „Tiefental“

 

 

Dem Rieser Naturschutzverein ist es mit großzügiger Unterstützung der Selbach-Umwelt-Stiftung aus München gelungen, im Taleinschnitt am Südhang des Albuchs, dem sog. „Tiefental“, eine Ackerfläche zu erwerben und damit dortige wertvolle Heideflächen zu erweitern. Mit dem Grunderwerb gehen seit Jahrzehnten bestehende Wunschträume von Botanikern in Erfüllung.

 

Dem Rieser Naturschutzverein ist es nach längeren Verhandlungen gelungen, den am Talgrund des Tiefentals gelegenen, lang gestreckten, aus landwirtschaftlicher Sicht wenig interessanten Acker zu erwerben. Gefördert wird der Ankauf durch die in München ansässige Selbach-Umwelt-Stiftung, die mit diesem Projekt ihre erste Maßnahme im Nördlinger Ries unterstützt.  Sowohl die Selbach-Umwelt-Stiftung, als auch der Rieser Naturschutzverein hoffen, dass dies der Anfang einer fruchtbaren Zusammenarbeit ist.

 

Der Verein hatte die angrenzenden Heiden, die sowohl in der Gemarkung Schmähingen (Stadt Nördlingen) als auch in der Gemarkung Hürnheim (Ederheim) liegen, in den letzten beiden Jahren intensiven Pflegemaßnahmen unterzogen, wobei beide Pflegeeinsätze die Unterstützung der jeweiligen Kommunen hatten und von der Rieser Heidepflegestiftung gesponsert wurden. Die jeweils große Unterstützung durch Vereinsmitglieder und ortsansässige Helfer bezeugten den Stellenwert der heimatlichen Landschaft. Mit der gekauften Ackerfläche können nun diese beiden hervorragenden Heideteile verbunden werden – es kann zusammen wachsen, was fachlich zusammen gehört.

 

Mit dem Tiefentalgrundstück, dass ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert wurde, haben die beiden Rieser Vereine Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und der Rieser Naturschutzverein ihr 28.  privates Schutzgebiet gegründet. Das bekannteste Schutzgebiet dieser Art ist das Wemdinger Ried.

Das Gebiet von Albuch und Tiefental zwischen Schmähingen und Hürnheim zeichnet sich durch die große geologische Vielfalt aus. Der Albuch selbst gehört zum sog. inneren Hügelring des Rieskraters. Er besteht aus zertrümmertem Urgestein, das durch die Rieskatastrophe aus der Tiefe emporgetrieben wurde. Im Bereich der Heideflächen des Albuchs hat er eine die für diese Hügel typische Kappe aus Süßwasserkalk. Seinen westlichen Teil bedeckt eine auch viele Juraberge einhüllende Lehmschicht. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Schmähingen und Hürnheim durchschneidet das Tiefental den Hügel in Nord-Süd-Richtung. Dieser Teil weist an der Ostflanke, für das Westries ungewöhnlich, saueren, sandigen Untergrund kristallinen Ursprungs auf. Diese geologische Vielfalt, gekoppelt mit jahrhunderterlanger extensiver Nutzung durch Schafbeweidung sorgte für einen beachtlichen Reichtum an Pflanzenarten. Hinzu kommt, dass durch Wasseraustritte unmittelbar neben  Trockenrasenpflanzen Feuchtigkeit liebende Pflanzen vorkommen. In Botanikerkreisen wird das Tiefental mit dem Albuch als einer der prächtigsten floristischen Edelsteine des Rieses gehandelt.

 

Die erworbene Fläche soll im Lauf der Jahre in eine Schafweide überführt werden und damit der Lebensraum Kalkmagerrasen am Südhang des Albuchs erweitert werden.

 

Die zum Teil von stark landwirtschaftlichen Nutzflächen durchsetzte Heidelandschaft soll für den Schäfer leichter beweidbar und damit attraktiver gestaltet werden. Mit diesem Projekt wird ein Ziel des landkreisweiten Heideprojektes umgesetzt, und zwar die Förderung der Schäferei und Erweiterung und Pflege von Heideflächen, die landesweit bedeutsamen Kalkmagerrasen des Rieses nachhaltig zu sichern und ihre ökologische Wertigkeit zu erhalten bzw. zu verbessern. Dieser Kauf ist eine zusätzliche Investition des Rieser Naturschutzvereins in das Heideprojekt und schmälert in keinster Weise die bereits schon früher zugesagten Mittel.

 

Frühjahrsaufnahme des gekauften Ackers, bei der die Steilheit der benachbarten Heide deutlich wird,

aber auch deren schlechter Pflegezustand im Frühjahr.

 

Der erworbene Acker eingerahmt von den Heideflächen.

Auf den Heideflächen sind die letzten Baumstämme der Heidepflege zu erkennen.

 
 
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