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Der Turmfalke – Vogel des Jahres 2007
 
 

Der Turmfalke wurde von den Naturschutzverbänden Landesbund für Vogelschutz in Bayern(LBV) und dem NABU zum Vogel des Jahres 2007 erklärt. Wie so oft in den letzten Jahren, fiel auch die aktuelle Wahl wieder auf eine Art, die die Nähe zum Menschen nicht scheut. Auch im Landkreis Donau-Ries kann man die Art noch regelmäßig beobachten. Charakteristisch ist beim Turmfalken die Jagd im Rüttelflug über freie Felder und Wiesen. Dies brachte ihm auch im Volksmund den Namen Rüttelfalke ein.

Der Turmfalke gilt als kein seltener Vogel. Dennoch gehen die Bestandszahlen besorgniserregend zurück. Auch wenn er nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht, hat die Zahl der Turmfalken in weiten Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen. Im benachbarten Baden-Württemberg und in Bayern sind die Zahl der Brutpaare um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Für den Landkreis liegen gesamthaft keine verlässlichen Zahlen vor, dennoch muss man ein ähnliche Entwicklung befürchten.

Gerade um auf diesen schleichenden Rückgang aufmerksam zu machen und gleichzeitig mehr Verständnis für seine Brutplätze in Kirchtürmen, Giebeln alter Häuser und landwirtschaftlichen Anwesen zu wecken, fiel die Wahl auf den Turmfalken.

Die Gründe für sein Fortbleiben sind u.a., dass freie Flächen an den Stadt- und Dorfrändern durch Straßen und Neubauten immer mehr versiegelt sind, Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden bei Sanierungen häufig verschlossen und Kirchtürme oftmals von außen unzugänglich gemacht werden. Dem Turmfalken fehlt es zunehmend an Nistplätzen und Nahrungsangeboten. Denn auch die offene Landschaft, sein bevorzugtes Jagdrevier, wir durch das Verschwinden vieler Wiesen immer eintöniger. Es fehlen zunehmend Hecken, einzelne Bäume und Pfähle, die der Vogel , neben seiner Rüttelflugjagd, auch als Ansitz für die Jagd nutzt. Auch die Bejagung von Rabenvögeln, deren Nester er gerne als Nachmieter annimmt, trifft ihn oft unbeabsichtigt. Die intensive Landwirtschaft, und deren Einsatz von Pflanzen- und Insektenschutzmitteln verringert das Nahrungsspektrum des Turmfalten, der sich neben Mäusen auch von Großinsekten ernährt, der aber auch Reptilien, Amphibien und Jungvögel werden von ihm nicht verschmäht. Die neu aufkommenden Biogasanlagen lassen ebenfalls nicht Gutes ahnen. Getreide- und Maisflächen, die vor der Reife mit Großmaschinen abgeerntet werden und die intensive Grünlandnutzung, werden kaum größere Mäusepopulation überleben lassen..

Die Körpergröße des Falken beträgt rund 35 cm bei etwa 75 cm Flügelspannweite. Der Rücken ist rostrot gefärbt. Das Männchen hat einen grauen Kopf und schwarze Bartstreifen, sowie einen grauen Schwanz mit schwarzer, weiß gesäumter Endbinde, dass Weibchen hat einen bräunlichen Kopf und Schwanz.

Im Landkreis brütet er in vielen Städten und Gemeinden. Beispielhaft sind zu nennen: der Daniel der St. Georgs-Kirche in Nördlingen, die Klosterkirche in Maihingen, die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding, die Peter- und Paul-Kirche in Ebermergen und die Heilig-Kreuz-Kirche in Donauwörth. Am Reimlinger Tor in Nördlingen brütet er genauso wie in Brutkästen an Scheunen in Amerdingen, Appetshofen, Großelfingen und Pfäfflingen. Die ersten Eier werden Ende April bis Anfang Mai gelegt. Das Gelege hat öfters 6 bis 7 Eier. Die Brutdauer beträgt 28 bis 30 Tage.

Die beiden Rieser Naturschutzvereine, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und Rieser Naturschutzverein , versuchen seit ca. 20 Jahren die Brutbestände des Turmfalken durch gezieltes Anbringen von Nistkästen zu stützen. Der vereinsinterne Arbeitskreis für Gebäude- und Großhöhlenbewohner hat in den letzten Jahren im Ries über 30 größere Brutkästen für Turmfalken an Kirchtürmen und Feldscheunen aufgehängt, die sehr gut angenommen wurden. Zahlreiche Turmfalkenbruten konnten bei den neugeschaffenen Nistmöglichkeiten verzeichnet werden. Ähnliche Aktionen werden auch von anderen Organisationen und Privatpersonen im Umkreis von Donauwörth, Tapfheim und weiteren Orten unternommen.
Noch kann der Turmfalke im gesamten Landkreis Donau-Ries relativ regelmäßig beobachtet werden.
Hoffen wir, dass auch in Zukunft das weithörbare „KIKIKIKI“ des Turmfalken von unseren Kirchtürmen zu hören ist.

 

 
 
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