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Wildkatze zurück im Ries
Der Landkreis Donau-Ries beherbergt wieder eine faszinierende Tierart, die bereits am Rande des Aussterbens in Bayern war

 

Im Frühjahr 2014 beteiligten sich  Manfred Kupke und Jürgen Scupin an einer landesweiten Aktion zum Nachweis der Wildkatze. Sie beteiligten sich für die Vereine Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und Rieser Naturschutzverein an dieser Aktion, die federführend vom Bund Naturschutz koordiniert wurde. Von der Koordinationsstelle bekamen die beiden auch die zahlreichen Hilfsmittel zugesandt, die von der Baldrian-Tinktur, die sowohl Haus- als auch Wildkatzen anlockt, über Eimer bis hin zu Drahtbürsten reichten, um nur einige der Mittel aufzuzählen.

 

Das Team Kupke/Scupin brachten 10 Lockstöcke in 8 Schutzgebieten der beiden Vereine aus.  Die ausgewählten Schutzgebiete befanden sich in den Fluren von Hohenaltheim, Mönchsdeggingen, Harburg, Huisheim, Alerheim und Wemding. Zwei Eigenschaften mussten die privaten Schutzgebiete aufweisen: Waldnähe und Wiesen oder Weiden sollten sie beherbergen, da die Wildkatze als Bewohner naturnaher Wälder und Heckenstrukturen gilt.

 

Alle Stöcke wurden mehrmals gründlich gereinigt, mit der Baldrian-Tinktur bestrichen und immer wieder nach Haaren untersucht. Manfred Kupke kontrollierte auch mehrmals allein die Stöcke. Die feinen Haare wurden oft erst mit dem Blick durch die Lupe sichtbar. Alle Proben wurden markiert und zur genetischen Analyse in ein Labor geschickt.

 

Diese Woche wurden die Ergebnisse der Genanalysen veröffentlicht. Das Team Kupke/Scupin hatte tatsächlich in drei Schutzgebieten 4 Haarproben der Wildkatze gesammelt.

2 Schutzgebiete mit drei Funden in den Fluren von Hohenaltheim und 1 Fund in einem Schutzgebiet in der Flur Harburg. Diese Häufung von Nachweisen der Wildkatze war kaum zu erwarten. 

 

Die Wildkatze kommt somit im Ries östlich und westlich der Wörnitz vor. Die nächsten bekannten Nachweise der Wildkatze stammen aus dem Dreiländereck im Landkreis Eichstätt (mehrere Nachweise) und aus dem Landkreis Dillingen (1 Nachweis). Wichtig wäre nun herauszufinden, ob die Wildkatze auch die Fluren der Gemeinden und Städte zwischen Altmühltal/östlicher Landkreisgrenze und Ries als Lebensraum wieder entdeckt hat.

 

Der Nachweis der Wildkatze in den drei Schutzgebieten ist auch ein Erfolg der Heide-Allianz Donau-Ries , dem Zusammenschluss von Landkreis Donau-Ries, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, Rieser Naturschutzverein und Kreisgruppe Donau-Ries des Bund Naturschutz. In allen drei Schutzgebieten war die Heide-Allianz aktiv, hat zur Abrundung oder Erhalt durch Flächenkauf beigetragen, oder sorgte für die fachgerechte Wiederaufnahme der Beweidung. In allen drei Flächen gilt das Schutzziel: Erhalt der Fläche für die biologische Vielfalt - auch für die Wildkatze - durch extensive Nutzung.   

 

Die Wildkatze ist nicht direkt mit unserer Hauskatze verwandt, und sie lässt sich trotzdem in der freien Wildbahn kaum von grauen Hauskatzen unterscheiden. Deshalb gilt, nicht zuletzt da eines der Nachweisgebiete relativ nah an einem Dorf war: Kein Schuss auf scheinbar wildernde graue Hauskatzen. Jäger sollten sich nicht der Gefahr aussetzen, die stark besonders Wildkatze aus Versehen zu  erschießen, und damit das Comeback des Mausjägers Wildkatze und ihren Jagdschein zu gefährden. 

Die Mühen der Nachweisführung haben sich gelohnt: Der Landkreis Donau-Ries beherbergt wieder eine faszinierende Tierart, die bereits am Rande des Aussterbens in Bayern war, und nun langsam ihre alten Lebensräume wieder entdeckt.

 

 

Wildkatze

Foto: Helmut Partsch

 

 

Wildkatze

Foto: Martin Partsch

Wildkatze

Foto: Martin Partsch

 

 

Wildkatzen

Foto: Martin Partsch

 

 

Wildkatze

Foto: Martin Partsch


 

Wildkatze

Foto: Martin Partsch

Wildkatze

Foto: Martin Partsch

 

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