Neues aus der Riesnatur 2-2021

Newsletter Riesnatur 2-2021

Winterliche Landschaftspflege

Nach Abschluss der herbstlichen Streuwiesenpflege kehrt in der Regel Ruhe in den Schutzgebieten ein. Aber um die wertvollen Lebensräume zu erhalten, ist es notwendig die naturnahen Schutzgebiete sich nicht selbst zu überlassen, sondern man muss von Zeit zu Zeit regulierend eingreifen.

Dort wo das Mähwerk nicht hinreicht, der Beweidungsdruck durch Ziege oder Schaf nicht ausreichend ist, dringt mehr oder weniger schnell Gehölzaufwuchs vor und verdrängt die schützenswerten Lebensgemeinschaften. Ermöglichen es jedoch die Bodenverhältnisse, insbesondere bei Trockenheit oder Frost, kann die Gelegenheit für notwendige Gehölzpflege genutzt werden. In den letzten Wochen fanden daher seit längerem geplante Gehölzpflege­maßnahmen in unseren Schutzgebieten Egerwiese bei Appetshofen, Sulz am Hahnenberg bei Enkingen, im Wemdinger Ried entlang der Bahnlinie Fessenheim-Wemding und am Ried­graben bei Laub statt.

  Im Schutzgebiet Riedgraben wurden an mehreren Stellen sich ausbreitende Gehölze zurückgenommen. Foto: Johannes Ruf

Auch im Rahmen des vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Abbaustellenprojektes „Von Wunden in der Landschaft zu Naturparadiesen“ fanden Entbuschungsmaßnahmen in zahlreichen Abbaustellen statt. Größere Aktionen galten einem Steinbruch „Auf der Hafnerin“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ederheim und dem Steinbruch bei Bühl in Kooperation mit der Gemeinde Alerheim. Um den Steinbruch bei Bühl kümmern sich unsere Vereine in unregelmäßigen Abständen bereits viele Jahrzehnte, beherbergt er doch noch bedeutende Amphibienvorkommen. Dort wurde die Steinbruchsohle weitestgehend freigestellt. Baggerarbeiten zur Verbesserung der Wasserführung in den Feuchtmulden sollen sich im kommenden Herbst anschließen.

Steinbruch Bühl nach der Entbuschung der Steinbruchsohle. Im Vordergrund eine Nassstelle. Der besonnte südexponierte Hang blieb weitgehend unberührt. Foto: Vera Kroepelin

Im landkreiseigenen Trassbruch bei Amerdingen, der fast vollständig von Gehölzen eingewachsen war, fand ebenfalls eine große Entbuschungs- maßnahme statt. Im ehemaligen Trassbruch bei Bollstadt, der im Rahmen des Life+ Projektes einer Erstpflege unter­zogen worden war, erfolgten ebenfalls kleinere Nachpflegeaktionen. Nicht zuletzt wurden in unserem Schutzgebiet Sandgrube beim Kronhof die Feuchtmulden entbuscht und durch vorsichtiges Ausbaggern ertüchtigt, um gefährdeten Amphibien geeignete Laichgewässer zur Verfügung stellen zu können. Die Maßnahmen im Abbaustellen-Projekt werden gefördert aus Mitteln der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien durch die Regierung von Schwaben bzw. durch den Bayerischen Naturschutz­fonds bereitgestellte Projektmittel.

Die Pflegemaßnahmen erhalten die Artenvielfalt in unseren Schutzgebieten und bewirken bei den Abbaustellen eine ökologische Aufwertung.

Die Kreuzkröte laicht bevorzugt in Pioniergewässern, wie sie oft in besonnten Materialentnahmestellen zu finden sind. Foto: Helmut Partsch
Oftmals auch in Materialentnahmestellen zu finden: Die Zauneidechse. Foto: Helmut Partsch
aus den Rieser Nachrichten vom 03.02.2021