Halbzeit bei den Landschaftspflegeaktionen mit freiwilligen Helfern

Rund 140 freiwillige Helfer unterstützten bei bestem Wetter an vier Samstagen im September Landschaftspflegemaßnahmen in den Schutzgebieten der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Rieser Naturschutzvereins und auf kommunalen Magerrasen.

Mit fast 40 Helfern starteten wir am 5.9.2026 mit der Pflege unseres Schutzgebietes Hangmoor bei Niederaltheim in die Landschaftspflegesaison 2026. Aufgrund des Dürre­sommers 2026 war nur sehr wenig Aufwuchs abzuräumen. Das Abmähen und Abräumen ist erforderlich, um die historische Nutzung der Streuwiesenfläche nachzuahmen, die zur Entstehung und zum Erhalt dieses Kleinodes beigetragen hat. Sehr erfreulich war die Beobachtung, dass eine der Quellen im Hangmoor auch im Herbst noch eine Wasserschüttung aufwies. In den vergangenen Jahren war diese Quelle um diese Jahreszeit bereits versiegt. Ein reiches Amphibien- und Reptilienleben konnten wir bei den Aufräumarbeiten beobachten. Es waren Jungtiere von Grasfrosch, Erdkröte und Waldeidechse zu sehen; auch ein Laubfrosch konnte beobachtet werden.

40 Helfer trafen sich am 12.9.2026 zur Pflege der Magerrasen am Niederhäuser Berg bei Hürnheim. Nachdem 2024 der Ostteil des Hanges und 2025 der Westteil des Hanges gepflegt worden war, stand dieses Jahr der Mittelteil auf dem Pflegekalender. Erfreulicherweise waren auch einige Helfer aus Ederheim und Hürnheim gekommen, um uns zu unterstützen. Die Aktion wurde in Kooperation mit der Gemeinde Ederheim durchgeführt, die sich an den Maschinenkosten beteiligte und den Helfer eine warme Mahlzeit mit Getränken, Kaffee und Kuchen spendierte. Bürgermeisterin Eisele bedankte sich bei den Helfern für den anstrengenden Einsatz am steilen Hang.

Pflegeaktion am Niederhäuser Berg, Foto: Erich Rieder

Alle Magerrasen bedürfen in mehrjährigem Abstand parallel zur Beweidung einer regelmäßigen Pflege, um sie für die Beweidung offen zu halten. Extensive Beweidung über Jahrhunderte hat diesen Lebensraum geschaffen, an dessen Nutzung zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten angepasst sind. Bereits im Sommerhalbjahr hatten wir eine maschinelle Nachpflege der Gehölzaustriebe im Westteil durchführen lassen.

Die Magerrasen am westlichen und südlichen Riesrand sind von landesweiter Bedeutung für den Natur- und Artenschutz.

An vier verschiedenen Einsatzstellen im Wörnitztal, in den Schutz- und Pflegegebieten Laub­frosch­biotop Speckbrodi, Landschaftsteich Holzkirchen mit Storchenmulde Holz­kirchen, Storchenteiche Rudelstetten und Anhauser Weiher waren am 19.9.2026 insgesamt 30 Helfer im Einsatz.

Dort wurde mit Unterstützung von freiwilligen Helfern aufkommender Gehölzaufwuchs mit Motorsägen und Motorsensen beseitigt und vom begleitenden Helferteams auf Haufen zum Abtransport aufgeschichtet. Am Anhauser Weiher wurde der Damm weitgehend von Gehölzen freigestellt, um die Dammfunktion zu sichern. Damit wurden gleichzeitig Sonnenplätze für die dort erfreulich häufig vorkommende Ringelnatter geschaffen.

Am Landschaftsteich Holzkirchen wurde an dessen Westrand  die Hälfte der Büsche auf den Stock gesetzt und so die Zugänglichkeit für Wasservögel und Reiher verbessert.

Am Laubfroschbiotop Speckbrodi wurde durch die Gehölzentnahme die Verschattung des Lebensraums vermindert und die maschinelle Pflegbarkeit verbessert.

An der Storchenmulde Holzkirchen und den Storchenteichen Rudelstetten wurden ebenfalls aufkommende Weiden entfernt.

Alle gepflegten Lebensräume im Wörnitztal sind Rückzugs- und Fortpflanzungsgebiete  für den Laubfrosch.

Laubfrosch, Foto: Helmut Partsch

Im Tiefental zwischen Schmähingen und Hürnheim waren die Talflanken stark verbuscht und die Zugänglichkeit für den Schäfer nicht mehr uneingeschränkt gegeben. Daher ließen wir auf der Schmähinger Seite mit finanzieller Unterstützung der Stadt Nördlingen eine Teilfläche fachgerecht entbuschen. Auf der Hürnheimer Talseite übernahm der Rieser Naturschutzverein die Maschinenkosten. Am 28.9.2026 räumten 28 freiwillige Helfer das an den steilen Hängen liegende Material mit großem körperlichem Einsatz zum Abtransport an die Talsohle. Mindestens zwei weitere herbstliche Aktionen und mehrere sommerliche Nachpflegeaktionen werden erforderlich sein, um im gesamten Talbereich wieder einen optimalen Pflegezustand zu erreichen.

Die Pflegeaktion im Tiefental fand im Rahmen der Aktionswoche der Allianz Schwäbischer Natur­schutzstiftungen zum europaweiten Tag der Stiftungen am 1. Oktober statt. Die 2004 von der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und dem Rieser Naturschutzverein gegründete Rieser Naturstiftung, bezuschusst vereinseigene Landschaftspflegeaktionen durch Aus­schüttun­gen aus den Erträgen des Grundstockvermögens, wie auch bei der aktuellen Aktion im Tiefental.  

Nach der Pflege im Tiefental; im Hintergrund die gepflegte Hürnheimer Talflanke, Foto: Johannes Ruf