Windkraftnutzung naturverträglich gestalten

Mitgliederversammlungen der Rieser Naturschutzvereine

Ganz im Zeichen der Neuwahlen standen die Mitgliederversammlungen der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und des Rieser Naturschutzvereins. Vorsitzender Johannes Ruf berichtete in seinem Jahresbericht vor zahlreichen interessierten Teilnehmern von den Erfolgen beim Wiesenbrüterschutz und Sorgen über geplante Standorte von Windkraftanlagen, die mit den Belangen des Naturschutzes nicht vereinbar sind.

Bereits im dritten Jahr in Folge erzielt die unter der Trägerschaft beider Vereine und des Landkreises Donau-Ries tätige Gebietsbetreuung Nördlinger Ries große Erfolge.

Beim Schutz des Großen Brachvogels in den Wiesenbrütergebieten des Nördlinger Rieses, so Vorsitzender Johannes Ruf, konnte in Zusammenarbeit mit Landwirten, der Jägerschaft und dem Verein Wildtierrettung Ries Mitte das Team um Gebietsbetreuerin Lara Oblinger und Gebietsbetreuer Timo Hechemer die Fortpflanzungsrate weit über die zur Bestandserhaltung erforderlichen Werte angehoben werden.

Besonders erfreulich sei, dass wieder einige Grunderwerbe zum Schutz von Wiesenbrütern und Offenlandbewohnern getätigt werden konnten.

Besonders rührig waren die Vereine in der Öffentlichkeitsarbeit. Auch die vereinseigenen Arbeitskreise waren wieder erfolgreich aktiv. Ein Schwerpunkt der Arbeit bildete die Landschaftspflege in den vereinseigenen Schutzgebieten und in Zusammenarbeit mit den Kommunen und der Heide-Allianz Donau-Ries auf den Magerrasen des Rieses.

Die Kassenwarte Erich Rieder für den Rieser Naturschutzverein und Ulrike Prüschenk für die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried berichteten von soliden Finanzen, wobei wegfallende Zuschüsse für Grunderwerbe stark bedauert wurden.

Nach den Kassenprüfungsberichten, die keinen Anlass zu Beanstandungen ergaben, wurden die Kassenwarte und die Vorstandschaften einstimmig entlastet.

Sorge bereiteten, so Vorsitzender Johannes Ruf, aus Naturschutzsicht ungeeignete Windkraftstandorte, die im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplans für Schwaben und teilweise in getrennten Verfahren durch Kommunen, vorgeschlagen werden. Biotopverbundstrukturen zwischen der Schwäbischen und Fränkischen Alb, die das Landesamt für Umwelt identifiziert hat und deren Schutz im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert ist, werden für empfindliche Arten unbrauchbar. Der Schattenwurf und die Geräuschemmissionen entwerten den Lebensraum und auch die Biotopverbundachsen im Waldgürtel am südlichen und nördlichen Riesrand. Bei der Wahl der Standorte sollen diese Vorgaben unbedingt Berücksichtigung finden. Auch Brutplätze von See- und Fischadler und Schwarzstorch, sowie die Lebensräume der Wildkatze seien bei den Planungen zu berücksichtigen. Nach Berücksichtigung dieser Faktoren bleiben immer noch geeignete Windkraftstandorte, die trotz massiver Beeinträchtigung der Landschaft, durch den Naturschutz toleriert würden.

Bei den turnusmäßig stattfindenden Neuwahlen wurde das Führungs-Trio Johannes Ruf, Jürgen Scupin und Hermann Häfele, in ihren Ämtern bestätigt.   Nach 40- bzw. 30jähriger Tätigkeit in der Vorstandschaft der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried wurden die ausscheidenden Beiräte Manfred Sittner und Uwe Dolzer unter großem Beifall unter Würdigung ihrer Dienste verabschiedet.   An Ihrer Stelle wurden André Holzinger und Matthias Ruf in die Vorstandschaft der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried gewählt. Für die aus familiären Gründen ausscheidende Simone Breuer wurde Corina Bernhard als neue Schriftführerin beider Vereine gewählt. Neu gewählt in die Vorstandschaft des Rieser Naturschutzvereins wurde des Weiteren Stefan Graßl, der als Beisitzer den Platz für Corina Bernhard einnimmt.

Die übrigen Vorstandsmitglieder, Kassenwartin Ulrike Prüschenk bei der Schutzgemeinschaft und Kassenwart Erich Rieder beim Rieser Naturschutzverein sowie Beisitzer Heinrich Greiner bei der Schutzgemeinschaft und Kurt Kroepelin und Georg Friedrichowitz beim Rieser Naturschutzverein wurden in ihren Funktionen wiedergewählt.

Ein interessanter Vortrag bei der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried von Jürgen Scupin und Johannes Ruf beschäftigte sich mit dem Sandabbaugebiet am Kronhof bei Laub. Dieses entwickelte sich in den letzten 30 Jahren zu einem wertvollen Rastplatz für durchziehende Vogelarten. Mit der Planung des letzten Abbauabschnittes sollte ein Konzept zu einem guten Nebeneinander der Nachfolgenutzungen Naturschutz, Fischerei und Erholungsnutzung mit allen Beteiligten angestrebt werden.

Bei der Versammlung des Rieser Naturschutzvereins berichtete Jürgen Scupin über den Vogel des Jahres, das Rebhuhn und stellte typische Lebensräume vor, in denen es noch vorkommt.